Stehfalztechnik: So werden Metalldächer dauerhaft verbunden
Wer ein Metalldach oder eine mit Metall verkleidete Fassade betrachtet, erkennt häufig lange, schmale Blechbahnen mit leicht erhöhten Linien dazwischen. Genau diese Linien sind typisch für die Stehfalztechnik.
Die Stehfalztechnik ist ein bewährtes handwerkliches Verfahren, mit dem einzelne Blechbahnen – sogenannte Scharen – miteinander verbunden werden. Sie kommt vor allem bei Dächern und Fassadenbekleidungen zum Einsatz.
Das Besondere daran: Die Bleche werden miteinander verbunden, ohne dass Schrauben oder andere Befestigungen sichtbar durch die Metalloberfläche geführt werden müssen.
Was bedeutet „Stehfalz“?
Die einzelnen Metallbahnen besitzen an ihren Längsseiten aufstehende Kanten. Werden zwei Bahnen nebeneinander verlegt, liegen diese Kanten direkt aneinander.
Anschließend werden sie ineinandergefaltet beziehungsweise verfalzt. Dadurch entsteht eine schmale, aufrechtstehende Verbindung – der sogenannte Stehfalz.
Das Ergebnis ist eine feste und weitgehend regensichere Verbindung der einzelnen Metallbahnen.
Vereinfacht gesagt:
Blechbahn + Blechbahn + gefaltete Verbindung = Stehfalz.
Wie wird ein Stehfalzdach befestigt?
Die Metallbahnen liegen nicht einfach lose auf dem Dach. Sie werden mit sogenannten Haften am Untergrund befestigt.
Diese Befestigungen liegen unter den Blechbahnen beziehungsweise innerhalb der Falzverbindungen und sind später nicht sichtbar.
Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die Oberfläche des Metalldaches muss für die Befestigung nicht ständig mit Schrauben durchbohrt werden.
Gleichzeitig kann sich Metall bei Wärme ausdehnen und bei Kälte wieder zusammenziehen. Bei fachgerecht ausgeführten Stehfalzdächern wird diese natürliche Bewegung des Materials bei der Konstruktion berücksichtigt.
Welche Metalle eignen sich für die Stehfalztechnik?
Für Dächer und Fassaden in Stehfalztechnik können unterschiedliche Metalle verwendet werden, beispielsweise:
- Titanzink
- Aluminium
- Kupfer
- Edelstahl
- beschichtete Metallbleche
Welches Material sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Gestaltung des Gebäudes, den Umwelteinflüssen, dem gewünschten Erscheinungsbild und natürlich vom Budget ab.
Kupfer verändert beispielsweise im Laufe der Jahre deutlich seine Farbe und bildet eine charakteristische Patina. Zink und Aluminium wiederum ermöglichen sehr unterschiedliche moderne Oberflächen und Farbtöne.
Warum wird die Stehfalztechnik seit so langer Zeit eingesetzt?
Ein wichtiger Grund ist ihre Kombination aus Funktion und Gestaltung.
Stehfalzsysteme bieten bei fachgerechter Planung und Verarbeitung mehrere Vorteile:
- lange Lebensdauer
- hohe Witterungsbeständigkeit
- regensichere Verbindung der Blechbahnen
- keine sichtbar durch die Fläche geführten Befestigungen
- geeignet für Dächer und Fassaden
- klare und moderne Linienführung
- Einsatz auch bei besonderen Dachformen möglich
- Metall kann am Ende seiner Nutzungszeit grundsätzlich wiederverwertet werden
Gerade die schmalen Falze geben einem Gebäude zudem eine sehr charakteristische Optik.
Doppelstehfalz und Winkelstehfalz
Stehfalz ist allerdings nicht gleich Stehfalz.
Beim klassischen Doppelstehfalz werden die aufstehenden Kanten der Bleche mehrfach miteinander gefaltet. Dadurch entsteht eine besonders sichere Verbindung. Dieses Verfahren wird häufig auf Dachflächen eingesetzt.
Daneben gibt es beispielsweise den Winkelstehfalz. Er wird aufgrund seiner Optik häufig bei Fassaden oder stärker geneigten Flächen verwendet.
Welche Falztechnik geeignet ist, richtet sich nach dem jeweiligen Gebäude, der Dachneigung und der Beanspruchung durch Wind und Wetter.
Handwerkliches Können bleibt entscheidend
So schlicht ein fertiges Stehfalzdach auf den ersten Blick wirken kann: Seine Herstellung verlangt Fachwissen und präzises Arbeiten.
Die Metallbahnen müssen richtig zugeschnitten, gekantet, befestigt und miteinander verfalzt werden. Gleichzeitig müssen Details wie Dachränder, Durchdringungen, Fenster, Anschlüsse, Entwässerung und Bewegungsmöglichkeiten des Metalls berücksichtigt werden.
Fehler bei der Planung oder Verarbeitung können später zu Undichtigkeiten, Verformungen oder Schäden führen.
Deshalb gehört die Verarbeitung von Stehfalzsystemen in die Hände entsprechend qualifizierter Fachbetriebe.
Traditionelle Technik für moderne Gebäude
Die Stehfalztechnik ist keineswegs nur auf historischen Gebäuden zu finden. Im Gegenteil: Gerade in der modernen Architektur werden Metalldächer und Metallfassaden wieder häufig eingesetzt.
Die langen Metallbahnen und gleichmäßigen Falze erzeugen eine klare, reduzierte Struktur. Gleichzeitig können selbst kompliziertere Gebäudeformen damit gestaltet werden.
Damit verbindet die Stehfalztechnik etwas, das im Handwerk besonders interessant ist: eine seit Langem bewährte Verarbeitungstechnik mit den Anforderungen moderner Architektur.
Was später wie eine einfache Linie auf einem Metalldach aussieht, ist also das sichtbare Ergebnis präziser handwerklicher Arbeit.
Sie haben dazu Fragen? -> Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.
Text: AI GENERATED









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